Der Garten
Heckengärten, Wannseeufer und Staudengärten

Der mehr als 7000 Quadratmeter große Liebermann-Garten ist von Alfred Brodersen nach Ideen gestaltet worden, die Max Liebermann zusammen mit dem Hamburger Museumsdirektor und Gartenreformer Alfred Lichtwark entwickelten. Den Prinzipien der Gartenrefombewegung um 1900 folgend fanden dabei Elemente unterschiedlicher historischer Gartenelemente Verwendung, wie Buchsbaum gefasst Beete, Lindenhochhecke und Hain-buchenhecken. Typisch hierfür sind auch die klare Sichtachse und Sicht-bezüge zwischen den unterschiedlichen Gartenbereichen hergestellt.

Nutz- und Blumengarten

Der zur Straße gelegene Gartenbereich wird von einem üppigen Stauden- und Gemüsegarten eingenommen, der norddeutschen Bauerngärten nach-empfunden ist. Ein von breiten Sommerblumenrabatten gesäumter Mittel-weg erschließt den vorderen Garten in gesamter Länge und führt auf die von zwei dorischen Säulen flankierte vordere Loggia der Villa zu. Die lang-gestreckten Beete sind mit Buchs eingefasst. E ine quer zum Weg gepflanzte Lindenhochhecke trennt diesen vorderen Gartenteil vom Vorplatz des Hauses ab, der mit Rasenflächen und Buchsbaumkugeln besetzt ist. Besondere Anziehungspunkte sind historische und seither selten gewordene
Pflanzen, wie z.B. die Thitonie, und der Gemüsegarten, in dem – wie früher – Kohl, Boh nen und Tomaten wachsen. Vor allem die für Liebermanns Gartenkonzept typische Verbindung von Gemüse und Staudengarten ist es, die den heutigen Besucher fasziniert.

 

Birkenweg und Blumenterrasse

Auf der Rückseite des Gebäudes befinden sich die berühmte Blumen terrasse, der Birkenweg, die Heckengärtensowie die große, sich bis zum Ufer des Wannsees erstreckende Rasenfläche. Den drei Heckengärten kam in der Gesamtkonzeption des Gartens eine besondere Rolle zu. Sie bilden den Kern der gartenkünstlerischen Überlegungen Alfred Lichtwarks. Die aus Hain-buchen gebildeten »grünen Kammern« sollen neugierig machen auf das, was sich hinter den Heckenwände verbarg. Der erste Heckengarten hat ein Quadrat als Grundform, der zweite ein Oval und der dritte einen Kreis mit W egekreuz. Die Heckengärten befinden sich auf der Nordseite des Grund-stücks und sind von einem geraden Weg durchzogen, an dessen Beginn eine weiße Gartenbank steht. Von hier aus kann der Blick ungehindert durch die Abfolge der Heckengärten bis zum Wannsee schweifen.